Was auch gesagt werden muss

Veröffentlicht: April 11, 2012 in Aussenpolitik, Israel, Lesestoff
Schlagwörter:, , ,

Warum schweige ich, sage viel zu selten,
was Sache ist und sehe immer wieder,
wie einige sich im Falschen suhlen,
jenem Falschen, wo es kein richtiges Leben gibt.

Zwanzig Jahre gab es um und in Israel weniger Tod
als im letzten gesamten Jahr in Syrien und
dieser Tod wird von Leuten unterstützt,
die von manchen als Maulhelden bezeichnet werden,
Maulhelden mit Gewehren und Panzern,
und Befehlsgewalt über A, B und C.

Doch dann sage ich mir,
warum Dinge beim Namen nennen,
wenn man sieht, wie eine Menge tickt –
eine Menge, die nicht zugänglich ist
für Gespräche, für Zeugen, für Geschichte,
für das ganze Bild?

Es ist eine Frage von Ansichten,
wie man seine Welt sehen will,
wen man der Schuld bezichtigt
oder auch nur der Lüge und Machtstrebens,
und auch wenn es Gegenstimmen gibt;
Kurzsichtigkeit ist keine Tugend

Jetzt aber, obwohl ich nicht aus diesem Land,
dem Land der deutschen Tragödie, komme,
ist es auch hier ein Problem,
dass alles, was um und zu meinem Freunde gesagt wird,
sofort gegen ihn verwendet wird,
wenn die Nachbarn meines Freundes ihn bedrohen,
so sprechen ihm manche nach über 70 Jahren
wieder die alleinige Schuld zu,
Kommentare versinken in einem dunklen Sumpf,
und weil die Stimmen so laut sind,
merken sie nicht, wie sehr sie sich im Mief verlieren,
wie sie sich im eigenen Dreck suhlen
und vergessen wie schön frische Luft sein kann.

Aber warum lasse ich das geschehen?
Weil ich die Windmühlen sehe,
und weil ich die Riesen sehe,
die sich gerade neu errichten und aufstellen,
nicht vorhandene Feindbilder aufstellen,
vorhandene Feindbilder kleinreden.

Im Alter zeigt sich vieles,
zwischen Torheit und Weisheit:
Für was reicht die letzte Tinte?
Endlich große Gedanken frei zu sprechen,
Weisheit als Donnerschlag;
stattdessen viele Allgemeinplätze,
nicht zu Ende gedachte Gedanken,
Trennung, die man unter einigenden Worten versteckt,
Unterstützer von Verbrecher und Macht,
die Faust drohend gegen jene gerichtet,
die schon zu viele Fäuste und Drohungen sehen.

Und zugegeben: ich schweige weiter,
weil Heuchelei an der Tagesordnung steht,
ich bin es müde zu berichtigen,
Leute an die Hand zu nehmen
und ihnen zu zeigen, wie es wirklich ist,
denn wer auf diesem Auge blind ist,
erhebt seine Faust auch gegen andere;
sich seines Schweigens entledigen,
und auch sprechen,
dass man einen Freund immer kritisieren kann,
doch wenn Kritik mit Ekel verwechselt wird,
ist es keine Kritik mehr.

Dort, wo ich ICH sein kann,
egal ob schwul, Hamburger oder Eremit,
strenggläubig, Jazzmusiker oder Bikinimodel,
dort, wo dicht viele Freunde leben,
dort soll man sich seine Beispiele suchen.

Advertisements
Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s